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Göttinger Auftakt der niedersächsischen Initiative „Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen”

Göttingen ist einer von drei vom Land Niedersachsen geförderten Modellstandorten, in dem die Vernetzung der aktuellen Gleichstellungsarbeit sichtbar gemacht, etabliert und verstärkt werden soll. Thematisch soll dabei auf die Grundlagen des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) zurückgegriffen werden. Der Auftakt war am (gestrigen) 31. Mai 2018 mit der Veranstaltung "Politische Partizipation von Frauen", bei der es um die Teilhabe und Beteiligung von Frauen an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen sowie in den politischen Gremien und Vertretungen ging. Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta, Bürgermeisterin Helmi Behbehani, sowie Ulrike Westphal vom Gleichstellungsministerium haben dabei Impulse gegeben, wie diese Partizipation gelingen kann.

Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta sagte in ihrem Grußwort: „Das Thema das Sie gewählt haben könnte aktueller kaum sein: Der Frauenanteil im Bundestag ist so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Im Niedersächsischen Landtag ist dieser ebenfalls erstmals wieder gesunken — auf unter 30 Prozent. Dieser Rückschritt in unseren Parlamenten muss uns umtreiben!” Ihre Schlussfolgerung: „Frauen wurden lange Zeit gefördert, es ist an der Zeit dass sie fordern!”

Bürgermeisterin Helmi Behbehani stellte heraus, dass der Rat der Stadt Göttingen zwar seit 2016 mit 44,7% Frauenanteil positiv abweicht, es sich aber lohne, genauer hinzuschauen nach Funktionen oder beispielsweise Aufsichtsräten.

Ulrike Westphal vom Niedersächsischen Gleichstellungsministerium informierte über die Ministeriums-Initiative „Gleichstellung sichtbar machen — CEDAW in Niedersachsen”. Ziel sei, nicht nur das Frauenrechtsabkommen bekannter zu machen, sondern auch bei den inhaltlichen Schwerpunkten Verbesserungen zu erreichen, so Westphal.

Die Projektleiterin Silke Gardlo von der Vernetzungsstelle berichtete über die weiteren Modellstandorte Aurich mit dem Thema „Gesunde Geburt auf dem Land” und Osnabrück mit dem Schwerpunkt „Gewalt gegen Frauen — Hochrisikofälle”. Dr. Katja Rodi, Universität Greifswald, Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät informierte über die Inhalte und Wirkungsweise des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau kurz CEDAW. Obwohl es bereits seit 1979 existiert, war es nur wenigen der sechzig Teilnehmenden bekannt und traf auf reges Interesse.

Zwei weitere Veranstaltungen sind geplant: Am 21. August wird in Form des Stadtrundgangs „Lernet wählen!” zurückgeschaut auf 100 Jahre Frauenwahlrecht — 100 Jahre Streiten: Wofür wurde in Göttingen gestritten und Worüber streiten wir noch heute?

Während einer „Denkpause” stellten sich die Teilnehmenden der Frage: „Woran erkenne ich in der übernächsten Ratsperiode 2026, dass sich die politische Partizipation von Frauen verbessert hat?” Ein Workshop im pro Office Coworking Space Göttingen wird die entstanden Zukunftsvisionen Mitte Oktober konkretisieren.

„Das war ein gelungener Auftakt, der neuen Schwung für das alte Thema der gleichberechtigten politischen Partizipation gibt” resümierte Christine Müller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Göttingen. Nach 100 Jahren Frauenwahlrecht sei die Zeit reif, Gleichstellung von Frauen und Männern in der Menschenrechtsdimension einzuordnen und mit der Umsetzung voranzukommen.

Christine Müller freut sich Interessierte, die an „CEDAW in Göttingen” mitarbeiten wollen und bittet um Kontaktaufnahme unter gleichstellungsbuero@goettingen.de.

  

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